Metallografie

Als zentraler Bestandteil in der Werkstoffprüfung umfassen metallografische Untersuchungen die Charakterisierung und die qualitative sowie quantitative Beschreibung des Gefüges metallischer Werkstoffe unter Einsatz mikroskopischer Techniken. Bevor die Darstellung des Gefüges möglich ist, ist i.d.R. eine metallografische Präparation erforderlich. Der metallische Werkstoff wird zunächst mechanisch segmentiert, dann in ein spezielles Gießharz eingebettet, angeschliffen und poliert. Der so erhaltene metallografische Schliff wird nass- oder elektrochemisch geätzt, wodurch das Gefüge sichtbar wird. Über die Gefügebeurteilung der Schliffpräparate durch lichtmikroskopische Untersuchungen werden Informationen über die Art, Menge, Korngröße, Form, Verteilung und räumliche Orientierung der einzelnen Gefügebestandteile gewonnen.

Die SGS INSTITUT FRESENIUS GmbH verfügt am Standort Dortmund über langjährige Expertise in der metallografischen Präparation und Gefügebewertung unterschiedlichster Metalle, wie:

  • Stahl-Legierungen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche,
  • Al- und Mg-Legierungen für die Automobilindustrie,
  • Ni- und Co-Basislegierungen (Super Alloys) für die Luftfahrt- und Kraftwerksindustrie,
  • Reintitan, TAN und TAV für Medizinprodukte (Implantate) und Luftfahrtindustrie sowie
  • Cu- und Au-Legierungen

Die metallografische Prüfung wird am Standort in Dortmund insbesondere im Rahmen der Fehler- und Schadensanalyse, aber auch routinemäßig zur Qualitätssicherung eingesetzt. Seit vielen Jahren werden Untersuchungen an Komponenten aus der Luftfahrt- und Medizintechnikindustrie durchgeführt (u.a. Reinheitsgrad an Meisterschmelzen, Freigabeuntersuchungen an Turbinenschaufeln, QS und Schadensanalytik an Implantaten).

Wir führen Prüfungen nach folgenden Standards im Rahmen unserer Akkreditierungen durch:
DIN EN ISO 643, DIN EN ISO 2639, DIN EN ISO 3887, DIN EN ISO 4499-1, DIN EN ISO 4499-2, DIN EN ISO 6507-1, DIN EN ISO 6508, DIN EN ISO 13919-1, DIN EN ISO 13919-2, DIN EN ISO 18265, DIN EN 10247, DIN EN 10328, DIN 50190-3, DIN 50190-4, DIN 50602, DIN 50600, ASTM E18, ASTM E384, ASTM E45 , ASTM E112, ASTM E3, ASTM E340, ASTM E407, ETTC 2, PV 6093, PV 6097, SEP 1520, VW 50093, VW 50097

Beispiele für Qualitätssicherung und Schadensanalytik an metallischen Werkstoffen:

  • Überprüfung des Rohmaterials
    • Korngrößenbestimmung nach DIN EN ISO 643, ASTM E112 und DIN EN ISO 4499 sowie Reinheitsgrad nach DIN 50602, ASTM E45, DIN EN 10247 und SEP 1520
    • Einschlüsse, Ausscheidungen, Porenanalysen (z.B. nach PV 6097), Mikroporosität
    • Spezielle Untersuchungen (z.B. Ti α-case, Ni γγ´-Phasen, Resteutektikum)
  • Interpretation metallischer Gefüge
  • Härteprüfung (Vickers- und Rockwellhärte)
  • Charakterisierung von Bruchflächen
    • Spröder oder duktiler Gewaltbruch
    • Bruch infolge von Ermüdung
    • Bruch infolge von Reibkorrosion
    • Wasserstoffversprödung
  • Charakterisierung von Beschichtungen (z.B. nach DIN EN ISO 1463)
  • Charakterisierung von Schweißverbindungen
  • Nadcap MTL Freigabeprüfungen für Kunden aus der Luftfahrtindustrie

 

Polyedrisches Titan-Gefüge (Lichtmikroskopie)
Äquiaxial erstarrtes Cu-Gefüge mit Zwillingen
Schweißverbindung eines verkupferten Ni-Drahtes
Mg-Gußlegierung (AZ91)
NiTiCu-Formgedächtnislegierung
Pusteln in AlSiMg-Legierung

Kontakt

SGS INSTITUT FRESENIUS GmbH
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 13
44227 Dortmund
t +49 231 9742-7300

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